Viele Diabetiker brauchen spezielle Schuhe |
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Warum müssen viele Diabetiker spezielle Schuhe tragen? Das größte Problem ist die diabetische Neuropathie - die Nervenschädigung. Hierbei sind die Nerven am Fuß gestört, so dass die Empfindung herabgesetzt ist. Der Diabetiker spürt nicht mehr, wenn er sich verletzt oder Schuhe drücken. Weil er den Schmerz nicht spürt, nimmt er die Verletzung nicht ernst genug. Daraus können erhebliche Probleme entstehen, vor allem wenn auch noch die Durchblutung gestört ist. Gibt es auch Veränderungen der Fußform? Durch die Neuropathie schwinden die kleinen Fußmuskeln, es kommt zur Formveränderung des Fußes - und zwar zu einer Ballenhohlfußstellung mit Krallenzehen. Dabei konzentriert sich der Druck des Körpergewichtes beim Laufen auf die Mittelfußköpfchen, die dadurch überlastet werden. So entstehen Druck-Ulcera an der Fußsohle - offene Stellen, die zur Amputation führen können. Welche Fußprobleme können Diabetiker noch haben? Durch die Neuropathie fallen die Schweißdrüsen am Fuß aus, und die Haut wird trocken. Trockene Haut reagiert sehr empfindlich auf Reibung. Außerdem werden Haut und Gewebe schlechter ernährt, so dass hier nicht viele Reserven sind. Nicht passende Schuhe können zum Verlust des Fußes führen. Warum tragen Diabetiker häufig falsche Schuhe? Jeder Fuß ist verschieden. Es gibt aber drei grundlegende Typen der Fußform: den "ägyptischen Fuß" (die Großzehe ist die längste), den "griechisch-römischen Fuß" (die zweite Zehe ist länger als die Großzehe) und den "Quadratfuß" (Groß- und Kleinzehe sind fast gleichlang). Diese Fußtypen brauchen auch unterschiedliche Schuhformen. Welche Schuhe sind für Diabetiker zu empfehlen? Es gibt die Möglichkeit, passende Konfektionsschuhe zu tragen, denn die Schuhindustrie in Deutschland hat neben dem Größensystem, das die Schuhlänge angibt, auch ein Weitensystem entwickelt - E, F, G, H, K und M. Manche Firmen bieten zusätzlich noch Spezialformen. Um optimal zu beraten, müsste man zunächst einen Fußabdruck machen, nach dem die richtige Weite bestimmt wird. Das machen aber nur Spezialgeschäfte. Wann sollten die Schuhe gekauft werden? Die Schuhe sollten immer am Nachmittag gekauft werden, da die Beine beim Laufen und besonders bei Wärme anschwellen. Ein etwas zu weiter Schuh ist immer besser als ein zu enger Schuh. Natürlich sollte der Träger nicht darin herum rutschen und keinen Halt mehr finden. Wie sollten Schuhe für Diabetiker gefertigt sein? Diabetiker sollten weiche Leder kaufen. Das Leder darf
nicht drücken und keine Verletzungsgefahr bieten. Kunststoffmaterialien
sollten nicht enthalten sein. Die Schäfte dürfen innen keine Nähte haben.
Gerade im Zehenbereich sollte das Vorderblatt aus einem Stück geschnitten
sein. Der Schuh sollte möglichst keine Vorderkappe oder nur eine kleine
Schutzkappe gegen die Zehenspitzen hin haben. Gut sind flache sportliche
Schuhtypen. Die Schuhe sollten nur einen kleinen Absatz haben, der nicht
höher als drei bis vier Zentimeter sein sollte, denn bei hohen Absätzen
lastet das ganze Körpergewicht auf dem Vorfuß. Die Laufsohle sollte
elastisch und weich sein, aber eine gewisse Stärke haben. Ledersohlen geben
den Druck zu den Füßen weiter, etwa wenn man auf einen Stein tritt. Dickere
PU- oder Poro- und Hartgummisohlen absorbieren den Druck. Die Kappe, die die
Ferse hält, sollte in jedem Fall gut sitzen, damit der Fuß beim Abrollen
einen guten Halt hat. die Zehen müssen in der Schuhspitze genügend Raum
haben und dürfen auf keinen Fall zusammengepresst werden. Am besten eignen
sich für den Diabetiker Schnürschuhe, weil sie den Fuß optimal
umschließen.
Was passiert, wenn bereits Schädigungen vorliegen? Dann wird eine Versorgung mit einem Fußbett notwendig. Es ist unerlässlich, dass eine orthopädische Schuhzurichtung dazu kommt. Welche Einlagen sollten verwendet werden? Die Einlagen sollten unbedingt aus elastischen Materialien bestehen - also keine Kork-, Leder- oder Metalleinlagen. Es sollten keine halben Einlagen getragen werden. Auch wenn diese genau in den Schuh eingepasst werden, könnte die empfindliche Fußhaut an der Übergangstelle eingeklemmt werden, ohne dass man das bemerkt. Ist der Fuß geschädigt oder sind offene Seiten vorhanden, ist die individuell angefertigte Fußbettung mit einer entsprechenden Schuhzurichtung notwendig. Ist der Fuß deformiert, ist die Versorgung mit einem orthopädische Maßschuh erforderlich. Wie läuft man neue Schuhe oder Einlagen ein? Der Träger sollte vorsichtig beginnen. Die neuen Schuhe bzw. Einlagen sollten am Anfang nur kurzzeitig getragen werden. Der Schuh sollte morgens angezogen werden, denn da sind die Füße noch nicht geschwollen wie im Laufe des Tages. Am ersten Tag sollten die Schuhe eine halbe Stunde getragen werden. Diese Zeit sollte langsam gesteigert werden.
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